Die meisten Reiseführer behandeln „Anreise nach Split“ als Fußnote. Das ist in Ordnung, wenn du aus London für ein langes Wochenende fliegst. Weniger in Ordnung, wenn du aus Wien mit einem Auto voller Kinder anreist oder um 7 Uhr morgens von der Fähre aus Ancona aussteigst, ohne klaren Plan für die nächsten zwölf Stunden. Das ist die praktische Version — die sieben realistischen Wege nach Split, was jeder wirklich an Zeit kostet, und die kleinen Details, die Einheimische kennen und Buchungsseiten nicht erwähnen.
Flug zum Flughafen Split (SPU)
Das Haupttor. Der Flughafen Split liegt zwanzig Kilometer nordwestlich der Stadt, bei Kaštela. Direkte Saisonflüge von Mai bis Oktober von den meisten europäischen Drehkreuzen — Wien, München, Frankfurt, Berlin, London, Amsterdam, Paris, Mailand, Rom, Stockholm, Warschau, Madrid. Außerhalb der Saison (November bis April) reduziert sich das Netzwerk hauptsächlich auf Croatia Airlines-Verbindungen über Zagreb plus eine Handvoll Low-Cost-Routen aus London und Frankfurt.
Vom Flughafen aus hast du vier Optionen: den öffentlichen Bus (Promet Linie 37, 4 €, fährt alle 20 Minuten, etwa eine Stunde ins Zentrum), den Pleso-Flughafen-Shuttle (8 €, schneller, hält am Busbahnhof Split), ein Taxi (~35-45 € in die Altstadt, Festpreise auf einer Tafel vor den Ankünften) oder einen vorgebuchten Transfer (50-60 € für ein Privatauto, lohnt sich, wenn du nach 23 Uhr ankommst). Vollständiger Flughafen-Leitfaden hier mit aktuellen Fahrplänen und dem besten Abholpunkt.
Fähren aus Italien
Die langsame, schöne Anreise. Zwei Reedereien betreiben Nachtfähren von Italien nach Split: Jadrolinija aus Ancona (ganzjährig, im Sommer täglich, im Winter jeden zweiten Tag — 60-90 € pro Person plus Aufpreis für eine Kabine) und SNAV aus Ancona (nur im Sommer, schnellerer Katamaran-Stil, 70 € einfach). Beide legen direkt vor der Riva im Hauptport von Split an, fünf Gehminuten vom Diokletianpalast entfernt.
Die Fähre aus Ancona ist die romantische Option — verschlafe die Adria, wache mit Blick auf den Glockenturm von Split am Horizont auf. Die Jadrolinija-Schiffe sind alt, aber bequem; buche die kleinste Kabine, die du finden kannst. Bring deinen eigenen Kaffee für den Morgen mit.
Mit dem Auto aus Wien, München oder Budapest
Acht bis zehn Stunden aus jeder der drei Städte, überwiegend Autobahn. Aus Wien fährst du durch Slowenien und Zagreb — etwa 950 km, acht Fahrstunden plus Grenzhalte. Aus München ähnlich, durch Salzburg und Ljubljana. Aus Budapest etwas schneller (~7 Stunden) über Zagreb.
Die gesamte Strecke ist mautpflichtige Autobahn — A1 von Zagreb nach Split kostet etwa 30 € Maut (ENC-Tags funktionieren auch, schneller an den Mautstellen). Kroatische Autobahnen sind ausgezeichnet, gut beschildert, mit regelmäßigen Raststätten. Der Abschnitt südlich von Zadar öffnet die dramatischste Küstenlandschaft, die du je aus einem Autofenster gesehen hast. Fahre sie nicht müde — Senj bis Split ist selbst auf der Autobahn kurvig.
Mit dem Auto aus Mailand oder Norditalien
Zwei Routen: die kurze (Mailand → Venedig → Triest → Rijeka → Split, etwa 10 Stunden, nach Triest alles Küstenautobahn) oder die lange (Mailand → Bologna → Ancona → Fähre nach Split, zweitägige Reise, aber du sparst 700 km Fahrt). Für die meisten Reisenden mit einem Fahrer ist die Fähre die entspanntere Option, trotz höherer Kosten.
Bus aus Zagreb, Belgrad oder Sarajevo
Fernbusse bedienen Split nach wie vor stark. Zagreb-Split dauert fünf bis sechs Stunden (20-35 €, FlixBus und Croatia Bus fahren mehrmals täglich). Belgrad sind ~12 Stunden über Sarajevo und zurück durch Bosnien — landschaftlich schön, aber langsam. Der Busbahnhof Split liegt direkt neben dem Fährhafen — zehn Gehminuten von der Altstadt. Die Busse sind sauber, pünktlich und haben WLAN.
Zug aus Zagreb (und warum wir ihn nicht empfehlen)
Es gibt einen Zagreb-Split-Zug. Er existiert. Er dauert siebeneinhalb Stunden — langsamer als der Bus und ungefähr gleich teuer. Die Strecke ist stellenweise landschaftlich schön, aber die Waggons sind alt und es gibt keinen Speisewagen. Der Bus ist die bessere Wahl, es sei denn, du liebst Züge besonders.
Parken in der Altstadt von Split (der unausgesprochene schwierige Teil)
Wenn du anreist, erwarte, dass die letzte Meile am schwierigsten ist. Splits Altstadt ist autofrei — der Diokletianpalast ist eine UNESCO-Fußgängerzone. Öffentliche Parkplätze umgeben das Zentrum: Tržnica (direkt östlich des Palasts, 2-3 €/Stunde, oft ab 9 Uhr voll), Sukoišan (Westen, größer, häufiger verfügbar) und Bačvice (Süden, am Strand). Für einen einwöchigen Aufenthalt empfehlen wir, das Auto auf einem Langzeitparkplatz nahe dem Busbahnhof zu lassen (15-20 €/Tag) und zu Fuß zu gehen.
Unsere Gäste in allen vier Apartments bekommen bei der Anmeldung einen aktuellen Park-Leitfaden — wir wissen, welche Parkplätze wann voll sind und wo die günstigen Wochenoptionen liegen. Das Apartment in Solin hat kostenlosen Parkplatz direkt am Gebäude, was das Problem komplett löst, wenn du auf das Auto angewiesen bist.
Die ehrliche Zusammenfassung
Fliege zum Flughafen Split für Geschwindigkeit. Nimm die Fähre aus Ancona für Romantik. Fahre aus Mitteleuropa, wenn du bereits ein Auto voller Gepäck und Kinder hast. Nimm nicht den Zug. Parke außerhalb der Mauern. Wie auch immer du ankommst — die letzten zehn Minuten der Reise, wenn du durch die Marmorstraßen des Diokletianpalasts zu deinem Apartment läufst, sind der Teil, der alles wertvoll macht.
